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Crosslinking kann Notwendigkeit einer Hornhauttransplantation verhindern

Januar  2019

Unter dem Crosslinking der Hornhaut versteht man eine stimulierte Kollagenquervernetzung im Hornhautgewebe zur Stabilisierung der Hornhaut. Es handelt sich um ein relativ junges Therapieverfahren, welches hauptsächlich zur Behandlung eines Keratokonus eingesetzt wird und die Notwendigkeit einer Hornhauttransplantation (Keratoplastik) verhindern oder verzögern kann.

Ein Keratokonus ist eine angeborene, meist beidseitig auftretende Hornhauterkrankung, die sich oft in der Pubertät manifestiert. Die Häufigkeit des Auftretens in der Normalbevölkerung beträgt etwa 1: 2000. Durch eine veränderte Struktur des Hornhautgewebes kommt es zu einer Verdünnung und kegelförmigen Vorwölbung der Hornhaut. Patienten bemerken eine zunehmende Sehverschlechterung bzw. es fällt eine fortschreitende Kurzsichtigkeit mit deutlicher Zunahme der Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) auf.

Die mechanische Stabilität der glasklaren Hornhaut wird hauptsächlich durch die Vernetzung von Kollagenfasern erzeugt. Kommt es z.B. aufgrund einer Störung zwischen den Kollagenmolekülen zu einer veränderten Struktur des Hornhautgewebes kann eine Verdünnung und Vorwölbung der Hornhaut in Folge auftreten. Das Crosslinking versucht durch die künstliche Erhöhung des Vernetzungsgrades der Kollagenfasern die mechanische Stabilität der Hornhaut wieder herzustellen.

Dem Verfahren liegt eine photo-chemische Reaktion zugrunde: Vor der eigentlichen Bestrahlung mit UVA-Licht wird die oberste Hornhautschicht (Epithel) abgetragen, um die Diffusion von Riboflavin (Vitamin B2) in das Gewebe zu verbessern. Anschließend werden im Intervall von 5 Minuten jeweils 2-3 Tropfen Riboflavin appliziert. Das Riboflavin verbessert die Absorption der UV-Strahlung, welche wiederum die Vernetzung anregt. Das Riboflavin verhindert ausserdem, dass die UV-Strahlen tiefer in das Auge eindringen.


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