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Warum läßt ab Mitte 40 die Sehkraft nach?

Mai 2015

Nach dem 40. Lebensjahr spüren die meisten Menschen, dass ihre Sehkraft allmählich nachlässt - nicht nur in der Nähe, oft auch in der Ferne. Meist läßt sich dieses Phänom auf natürliche Alterungsprozesse der Augenlinse zurückzuführen, nämlich eine höhere sphärische Aberration des Auges, die einsetzende Alterssichtigkeit oder einen beginnenden Grauen Star (Katarakt).*

Die sphärische Aberration (ein Abbildungsfehler) der menschlichen Hornhaut wird in jungen Jahren durch die Augenlinse ausgeglichen. Mit zunehmendem Alter verändert sich aber die Augenlinse und kann die sphärische Aberration der Hornhaut nicht mehr ausgleichen. Insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen, wie in der Dämmerung, bei Nebel und in der Nacht, kann sich dies durch ein vermindertes Kontrastsehen oder Lichthöfe (Halos) um Lichter bemerkbar machen.

Mit zunehmendem Alter verliert die Augenlinse zudem auch an Elastizität: Zunächst dauert es etwas länger, bis sich das Auge beim Blick in die Nähe oder Ferne scharfgestellt hat, dann fällt es schwerer, das Kleingedruckte zu erkennen. Kommt es dann auch noch zu einer Eintrübung der Augenlinse (in der Regel erst ab dem 60. Lebensjahr), wird das einfallende Licht bereits gestreut, bevor es auf der Netzhaut gebündelt wird. Man spricht dann vom Grauen Star oder einer Katarakt. Die beginnende Linsentrübung macht sich durch eine allmähliche Verschlechterung des Sehens, eine trübe oder verschwommene Sicht, weniger kräftig ausgeprägte Farben, eine häufige Veränderung der Brillenstärke und eine erhöhte Blendempfindlichkeit beim Autofahren bemerkbar.

Während Lese- oder Gleitsichtbrillen zunächst helfen, das Abbildungsdefizit auszugleichen, kann ein Grauer Star nur durch eine Operation behoben werden, bei der die Augenlinse entfernt und durch eine Kunstlinse, auch Intraokularlinse genannt, ersetzt wird. Diese sogenannte Kataraktoperation zählt zu den am häufigsten durchgeführten Operationen weltweit und ist seit Jahrzehnten etabliert. Bereits wenige Tage nach dem praktisch schmerzfreien Eingriff, der ambulant und mit Tropfbetäubung durchgeführt wird, kann man wieder deutlich besser sehen und normalen Alltagstätigkeiten nachgehen. Wie gut bzw. in welchen Entfernungen man nach der Operation ohne Brille scharf sehen kann, hängt von der eingesetzten Kunstlinse ab. Dazu berichten wir im nächsten Monat.

* Hinweis:
Sehr viel seltener kann auch eine Augenerkrankung wie z. B. Veränderungen der Netzhaut oder ein Grüner Star zu einer Sehverschlechterung führen. Die genaue Ursache kann nur durch eine Untersuchung beim Augenarzt sicher festgestellt werden.


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