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10 Jahre Femtosekundenlaser Technologie in der Augenheilkunde

September 2014

Am 24. Juni 2004 wurde im Rahmen des Fachkongresses der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC) in Deutschland zum ersten Mal ein Femtosekundenlaser bei einer LASIK-Operation eingesetzt. Heute, 10 Jahre später, hat sich der Femtosekundenlaser nicht nur im Bereich der refraktiven Hornhautchirurgie durchgesetzt, sondern auch Einzug in die intraokulare Augenchirurgie gehalten.

Der Femtosekundenlaser arbeitet mit ultrakurzen Lichtimpulsen (eine Femtosekunde entspricht 10–15 Sekunden). Die hohe Energiedichte des Lasers lässt im Gewebe tausende kleine Luftbläschen aus Wasser und Kohlendioxid entstehen, die die betreffende Gewebeschicht sauber und an präzise vorherberechneten Stellen ohne thermische Schädigung trennen. Diese Eigenschaften machen den Femtosekundenlaser zum idealen Skalpell (oder Laser-Keratom), wenn es um hochpräzise Schnitte in empfindlichen biologischen Gewebe wie beispielsweise der Hornhaut geht.

Die Einsatzgebiete des Femtosekundenlaser in der Hornhautchirurgie umfassen heute neben der Femto-LASIK auch Astigmatismuskorrekturen, die Tunnelpräparation beim Einsatz von Hornhaut-Implantaten (z.B. INTACTS, KeraVision Ringe) und vor allem die Schnittführung bei Hornhauttransplantationen (Keratoplastiken). Ein noch relativ junges Einsatzgebiet ist das SMILE Verfahren zur Korrektur von Kurzsichtigkeit mit oder ohne Hornhautverkrümmung.

Darüber hinanuswird der Femtosekundenlaser seit 2011 auch bei Linsenoperationen (Laser-Linsenaustausch, Kataraktchirurgie) eingesetzt und sorgt in diesem Bereich für eine höhere Präzision und Zuverlässigkeit. Der Laser übernimmt vier wesentlichste Teilschritte der Operation, die bisher vom Operateur von Hand durchgeführt wurden:

1. Der Kern der Augenlinse wird mittels Laser zerteilt und verflüssigt (bisher vom Operateur mittels Ultraschall durchgeführt).
2. Die vordere Kapsel der Augenlinse wird mit dem Laser kreisrund eröffnet (sog. Kapsulorhexis).
3. Die als Zugang zum Auge benötigten kleinen Schnitte am Hornhautrand werden mittels des Lasers durchgeführt.
4. Eine bestehende Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) kann durch bogenförmige Laserschnitte in der Hornhaut verringert oder sogar ganz ausgeglichen werden.

Wie auch bei der Femto-LASIK u.a. Hornhautverfahren bietete der Laser zwei wesentliche Vorteile gegenüber der manuellen Technik: der Linsenaustausch wird zum einen genauer, da die Kunstlinse exakter positioniert werden kann, und zum zweiten sicherer, da Laserschnitte präziser sind als handgeführte Schnitte.

Weitere zukünftige Anwendungsmöglichkeiten für die Femtosekundenlasertechnologie liegen in der Presbyopiebehandlung sowie im Bereich der Glaskörper- und Glaukomchirurgie.
Da mit dem FS-Laser die Tiefe der erzielbaren Effekte im Auge genau kontrolliert werden kann, ist ein präziser Gewebeabtrag und somit eine exakte Planung der Schnittführung möglich. Dies wirkt sich in allen Anwendungsbereichen positiv auf Vorhersagbarkeit, Präzision und Sicherheit aus.


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