"Kontaktlinse im Auge"

Phake Linsen zur Korrektur der hohen Fehlsichtigkeit


Kontaktlinse im Auge: Phake Linsen

Die "Kontaktlinse im Auge" auf einen Blick
  • Phake Linsen bzw. Kunstlinsen werden hauptsächlich zur Korrektur der hohen Kurzsichtigkeit ab ca. -6 dpt und Weitsichtigkeit ab ca. +3 pdt eingesetzt.
  • In Kombination mit einer Femto-LASIK können auch extreme Brechkraftfehler und ein evtl. vorhandener Astigmatismus ausgeglichen werden.
  • Phake Linsen werden zusätzlich zur körpereigenen Linse ins Auge eingepflanzt.
  • Die Akkomodationsfähigkeit des Auges bleibt erhalten.
Welche Linsentypen gibt es?

Man unterscheidet prinzipiell zwei Linsentypen, die zusätzlich zur körpereigenen Linse ins Auge eingepflanzt werden können. Beide sind kleiner als eine herkömmliche Kontaktlinse und i.d.R. nicht mit dem bloßen Auge sichtbar.

Die Vorderkammer Kunstlinse ist in der Regel mit dem bloßen Auge nicht sichtbar.

Vorderkammerlinsen (VKL) werden vor die Regenbogenhaut (in die sogenannte vordere Augenkammer) implantiert und oft an der Regenbogenhaut befestigt.


Die Hinterkammer Kunstlinse ist mit dem bloßen Auge nicht sichtbar

Hinterkammerlinsen (HKL) werden hinter der Regenbogenhaut und vor der körpereigenen Linse (in die sogenannte hintere Augenkammer) platziert.

Ablauf der Operation

Das Einsetzen der Kunstlinse ist ein ambulanter Eingriff, zur Betäubung sind zumeist lediglich Augentropfen erforderlich. Die folgenden Abbildungen illustrieren den Operationsablauf, der sich - je nach verwendetem Linsentyp - etwas unterscheidet.

Fehlsichtigkeit: Bei Bei Kurzsichtigkeit ist das Auge in der Regel zu lang

Abbildungsverhältnisse vor der Operation:
Bei Kurzsichtigkeit treffen sich die Lichtstrahlen vor der Netzhaut, es entsteht ein unscharfes Bild.

Linsenimplantation: Das Auge wird über einen Tunnelschnitt eröffnet

Zunächst wird in der 12 Uhr Position eine winzige, wenige Millimeter breite tunnelartige Öffnung präpariert, über die alle Instrumente und die zu implantierende Linse eingeführt werden.

Die Hinterkammerlinse wird in der Regel ins Auge injiziert und entfaltet sich dort

Bei Implantation einer Hinterkammerlinse wird die gefaltete Linse wird über einen Injektor über den Tunnelschnitt in das Auge eingebracht.

Die Bügelchen der Hinterkammerlinse werden im Kapselsack fixiert

Nachdem sich die Linse in der Augenvorderkammer entfaltet hat, werden die Linsenbügel hinter die Regenbogenhaut geschoben.

Position der Kunstlinse

Die Kunstlinse befindet sich nun zwischen der Regenbogenhaut und der körpereigenen Linse.

Die Vorderkammerlinse wird mit der Pinzette eingebracht

Bei Implantation einer Vorderkammerlinse wird die Linse vor der Regenbogenhaut positioniert.

Linsenimplantation: Die Stärke der Kunstlinse ist so berechnet, dass der Brechkraftfehler korrigiert wird

Abbildungsverhältnisse nach der Operation:
Die Brechkraft der Kunstlinse wird vor der Operation so berechnet, dass sie den bestehenden Brechkraftfehler ausgleicht. Die einfallenden Lichtstrahlen werden jetzt - wie beim normalsichtigen Auge - auf der Netzhaut gebündelt.
Typischer Verlauf und Heilung

Beide Augen werden an zwei aufeinander folgenden Tagen operiert.
Nach dem Eingriff wird das operierte Auge verbunden, das Sehvermögen ist bereits am nächsten Tag gut. Die endgültige Stabilität wird aber erst nach ca. 8 - 12 Wochen erreicht. Kontrolluntersuchungen finden am Tag nach der Operation sowie 3-5 Tage und 1-2 Wochen später statt. Die Abschlusskontrolle erfolgt in der Regel nach ca. 8 Wochen.

Die Kunstlinsenimplantation zeichnet sich durch das hohe Potential ihrer genauen Vorhersagbarkeit, die Reproduzierbarkeit des operativen Erfolges und die Reversibilität des Eingriffes aus. Zur Sicherheit des Verfahrens trägt bei, dass die intraokulare Anatomie des Auges nicht verändert wird.


Bitte beachten Sie,
dass Sie erst nach der Operation beider Augen wieder arbeitsfähig sind und Auto fahren dürfen. Sie können die Zeit zwischen der Operation beider Augen weder mit Kontaktlinsen (sie dürfen nicht getragen werden) noch mit einer Brille (sie kann den Unterschied der Augen nicht ausgleichen) überbrücken.

Für wen sind phake Linsen geeignet?

Kunstlinsen werden vor allem bei hoher und extremer Kurzsichtigkeit (ab ca. -6 dpt) und bei hoher und extremer Weitsichtigkeit (ab ca. +3 dpt) angewandt.

Bei jüngeren Patienten, die noch keine Lesebrille benötigen, wird i.d.R. eine Kunstlinse zusätzlich zur normalen Augenlinse eingesetzt. Bei älteren Patienten wird häufig der Austausch der Augenlinse gegen eine Kunstlinse der passenden Stärke gewählt.

Neben der Höhe der Fehlsichtigkeit sind auch noch der Durchmesser der Pupille bei Dunkelheit sowie die Dicke der Hornhaut und weitere Parameter von Bedeutung. Diese Parameter werden anlässlich der Erstuntersuchung bestimmt.


Bitte beachten Sie:
Patienten mit chronisch fortschreitenden Augenerkrankungen wie z.B. Grünem Star (Glaukom), gewissen Netzhauterkrankungen oder vor Vollendung des 18.Lebensjahres sind grundsätzlich für phake Linsen nicht geeignet.

Ist eine Nachoperation möglich?

Sollte sich Ihr Auge verändern oder die gewünschte Korrektur nicht vollständig erreicht worden sein, so kann z.B. mittels Femto-LASIK oder auch dem Austausch der phaken Linse nachbehandelt werden. Somit ist eine Brillenunabhängigkeit nahezu immer erreichbar.

Welche Probleme können mit Kunstlinsen auftreten?

Mit phaken Linsen kann es vor allem bei Dämmerung und Dunkelheit und damit weit gestellter Pupille zu vermehrter Blendung oder zur Wahrnehmung von Lichthöfen kommen.

Schwere Nebenwirkungen sind zwar nicht wahrscheinlich, können jedoch nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Da es sich um eine Operation im Inneren des Auges handelt, können in extremen Ausnahmefällen auch schwerwiegende Nebenwirkungen wie Infektion, Pupillenverziehung, grauer Star, Sekundärglaukom und Hornhauttrübungen nicht ausgeschlossen werden können.

Schließlich handelt es sich bei phaken IOLs um Kunstlinsen im Auge, die eine jährliche Nachuntersuchung erforderlich machen, um eventuelle Unverträglichkeiten rechtzeitig erkennen zu können

Bitte beachten Sie:
Da die Operation beider Augen nicht an einem Tag durchgeführt wird, sind Sie durch den hohen Unterschied der Brechkraft zwischen beiden Augen bis zur Operation des zweiten Auges eingeschränkt und dürfen z.B. kein Kraftfahrzeug führen.

Was können Sie tun, um mit Kunstlinsen gut zu sehen?
  • Reiben Sie in den ersten Tagen nach der Operation nicht die Augen!
  • Benutzen Sie regelmäßig die mitgegebenen Augentropfen; wenden Sie die Augentropfen jedoch nur so lange an, wie es Ihr Arzt angeordnet hat. Eine längere Anwendung der hochwirksamen Medikamente könnte Ihren Augen Schaden zufügen!
  • Nehmen Sie die geplanten Nachuntersuchungstermine wahr.
  • Kommen Sie einmal jährlich zur Kontrolluntersuchung, um evtuelle Veränderungen rechtzeitig erkennen zu können.
  • Suchen Sie bei starken Schmerzen oder plötzlicher Sehverschlechterung sofort Ihren Augenarzt auf.
Behandlungskosten

Die Kosten für eine Linsenoperation werden nur übernommen, wenn bei Ihnen eine Trübung der Augenlinse, ein sogenannter Grauer Star, besteht. Wählen Sie die Operation lediglich, um auf eine Brille verzichten zu können, so gilt der Eingriff als Verfahren der refraktiven Chirurgie und ist nicht erstattungsfähig.

In diesem Fall werden die Kosten für die Kunstlinsen und die Operation weder von der gesetzlichen noch von der privaten Krankenversicherung erstattet. Dies gilt auch für die erforderlichen Erstuntersuchungen und die Nachkontrollen bis 3 Monate nach der Operation. Ebenso werden die Kosten einer evt. Nachoperation mittels LASIK nicht erstattet. Die Abrechnung der Behandlung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ).
Sie können gern die Kosten für eine Operation mit Implantation einer Intraokularlinse bei uns erfragen.

» Kosten, steuerliche Absetzbarkeit
» Hinweise zur Kostenerstattung für privat versicherte Patienten
» Finanzierung Ihrer Linsenoperation


Weitere Informationen

» FreeVis Patienteninformation: "Kontaktlinse im Auge" - Phake IOL
» FreeVis Checkliste zum Verhalten vor/nach Kunstlinsenimplantation (Visian ICL)
» Die EVO Visian ICL: Patienteninformation des Herstellers, STAAR® Surgical

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